Interessengemeinschaft Rund um Marli
Interessengemeinschaft Rund um Marli

Was ist Marli ?

Die Hansestadt Lübeck ist eine kreisfreie Großstadt im Norden Deutschlands und im Südosten Schleswig-Holsteins. Mit ihren knapp 212.950 Einwohnern ist Lübeck nach der Landeshauptstadt Kiel die Stadt mit den meisten Einwohnern des Landes. Flächenmäßig ist sie die größte Stadt in Schleswig-Holstein. Die mittelalterliche Lübecker Altstadt ist Teil des UNESCO-Welterbes. Die Hansestadt wird auch „Stadt der Sieben Türme“ und „Tor zum Norden“ genannt.

 
Das Stadtgebiet Lübecks ist seit der Neustrukturierung durch Bürgerschaftsbeschluss vom 28. September 1972 amtlich in zehn Stadtteile eingeteilt. Diese wiederum sind in insgesamt 35 Stadtbezirke gegliedert.
 
Einer dieser Stadtteile ist St. Gertrud. St. Gertrud ist die östliche der drei historischen Vorstädte von Lübeck neben St. Jürgen im Süden und St. Lorenz im Westen und Nordwesten der Stadt vor dem Burgtor zwischen der Trave und der Wakenitz bis zur Grenze mit Mecklenburg-Vorpommern. Bis zum Bau des Elbe-Lübeck-Kanals hatte das Gebiet dieses Stadtteils den einzigen Landzugang zur Stadt. Der Stadtteil umfasst die Stadtbezirke Karlshof/Israelsdorf/Gothmund, Burgtor/Stadtpark, Marli/Brandenbaum und Eichholz.
 

Marli

Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) wurde der französische Graf Chasot Oberst der Lübecker Garnison und damit Stadtkommandant (1759). Er erwarb den Ackerhof an der Wakenitz von der Familie Brömbse und nannte ihn nach einem Lustschloss Ludwigs des XIV. Marly. Dem französischen Vorbild nacheifernd, ließ Chasot große Gärten und Obstplantagen anlegen, die eine Fläche von 13 Hektar umfasst haben sollen. Es gab dort sechs bis acht Fischteiche, etwa 5000 Bäume und eine Seidenraupenzucht. Das ehemalige Verwalterhaus stand noch lange an der Ecke Marlistraße/v. Hövelnstraße. Zur Erinnerung an diese Zeiten wurde eine Parallelstraße zur Marlistraße zwischen Bülowstraße und Gneisenaustraße nach Chasot benannt. Sein Leben wurde später von dem Lübecker Schriftsteller Otto Anthes beschrieben. 1892 ließ Ferdinand Wallbrecht zur besseren Erschließung Marlis auf eigene Kosten die Moltkestraße in St. Jürgen anlegen und ließ dafür auch eine Brücke über die Wakenitz bauen. Die Straße war zunächst als Zugang zur 1895 veranstalteten Deutsch-Nordischen Handels- und Industrieausstellung gedacht, die zwischen dem 21. Juni bis zum 20. September 1895 stattfand und für Lübeck als Industriestandort werben sollte. Die Ausstellungsfläche lag auf dem Gut Marli; das Zentrum befand sich auf dem Gebiet des heutigen Moltkeplatzes. Die Lübecker bezeichneten die Handels- und Industrieausstellung, die tausende Besucher anlockte, aber mit einem Defizit abschloss, auch als Weltausstellung.
 

Brandenbaum

Nyghendorp (Niendorf) wurde 1256 als Kolonisationsdorf erstmals erwähnt und 1316 zusammen mit dem Hof Hohewarte zu einem Gutsbezirk vereinigt. Eigentümer war die Stadt Lübeck, Später wechselten sich die Lübecker Patrizier-Familien Morneweg, Warendorp und Kerkring als Eigentümer ab. Der Name Brandenbaum ist erst seit dem 18. Jahrhundert geläufig. Aus der Endung -baum ist, ähnlich wie bei Grönauer Baum oder Krummesser Baum, die Grenzsituation ablesbar. Seit dem 16. Jahrhundert befand sich hier eine Grenz-/Zollstation zum benachbarten Mecklenburg. Kirchlich war Brandenbaum bis 1945 nach Herrnburg eingepfarrt. Die Grenze zu Mecklenburg war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (1945) durchlässig. Jenseits dieser Grenze liegt das bei den Lübeckern ehemals sehr beliebte Ausflugsgebiet Palinger Heide, das auch von Otto Anthes ausführlich beschrieben wird. In der Zeit vor und während des Ersten Weltkrieges wurde die Palinger Heide auch als Truppenübungsplatz für die Lübecker Garnison benutzt. An diese Zeiten erinnert die Straße An den Schießständen am Ende der Brandenbaumer Landstraße, die Brandenbaum mit Wesloe verbindet (via Kirschenallee). Resthof und Herrenhaus befinden sich heute in Privatbesitz. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Herrenhaus und Hofanlage in eine verdeckte Munitionsfabrik umfunktioniert. (MFM=Maschinen für Massenverarbeitung)
 
 
Quelle:   
www.wikipedia.de
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